Keynote

 

Advocacy für eine demokratische Kommunikationsgesellschaft

Do, 19.03.2026, 9:15 - 10:30 Uhr, Hörsaal SRG (im direkten Anschluss an die Begrüßung)

Keynote: Prof. Dr. Otfried Jarren, Universität Zürich, IKMZ - Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Honorarprofessor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin

Gesprächspartnerinnen: 

  • Prof. Dr. Marlis Prinzing, Macromedia University of Applied Sciences, Campus Köln
  • Prof. Dr. Annika Sehl, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Prof. Dr. Birgit Stark, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Moderation: Dr. Stefan Schmitt, Wissenschaftskorrespondent, DIE ZEIT

Die Keynote wird – vor dem Hintergrund einer Bedrohung der demokratischen Meinungsbildung durch Social Media-Monopole – normative Anforderungen an die Kommunikationswissenschaft formulieren. Eine These lautet, dass im Fach neue professionelle und institutionelle Vorkehrungen notwendig sind, um besser und sichtbarer zu werden. Dazu gehört die Abschätzung von Folgen endogen verursachter wie bewusst ausgelöster institutioneller Veränderungen, die nicht allein durch (empirische) Einzelstudien geleistet werden kann. Die Keynote stellt hierzu konzeptionelle Ansätze zur Diskussion, um (neue) Struktur- und Machtverhältnisse zu benennen und diese diskursiv der Gesellschaft zugänglich zu machen.

Auf dem anschließenden Podium soll angesichts einer Bedrohung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit diskutiert werden, inwieweit die (Kommunikations-)Wissenschaft in der Verantwortung steht, sich aktiver in öffentliche Debatten einzubringen. Aus historischer Perspektive stellt sich auch die Frage, ob einige der Bedrohungslagen durch Social Media nicht hätten früher erkannt und vehementer benannt werden können – etwa in Form einer aktiveren Wissenschaftskommunikation der Kommunikationswissenschaft. Auch wird die Frage aufgeworfen, ob die Fachgesellschaft sich angesichts des Bedeutungszuwachses von KI nun, im Sinne eines Vorsorgeprinzips, stärker öffentlich einbringen sollte. Umgekehrt stellt sich die Frage, ob eine gewisse Verpflichtung der Wissenschaft auf mehr Kommunikation nicht ihrerseits eine Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit darstellt. Diese Aspekte sollen aus politisch-demokratietheoretischer, ethisch-moralischer und juristisch-regulatorischer Perspektive reflektiert werden.